Nachtragsmanagement gemäß § 2 VOB/B und § 650c BGB n.F.

Tagesseminar

Webcode: UDS175

Ziel

Die Geltendmachung von Nachtragsforderungen ist heute üblich, da es immer wieder zu erforderlichen Änderungen oder zusätzlichen Leistungen bei der Ausführung kommt, die bei der Ausschreibung nicht bekannt waren. Da die Nachtragsforderungen nach Vertragsabschluss außerhalb des Wettbewerbs geltend gemacht werden, hat die VOB/B das Prinzip der Preisfortschreibung „Guter Preis bleibt guter Preis, schlechter Preis bleibt schlechter Preis“ entwickelt. Hierüber gibt es immer wieder Streit, wie die Preisfortschreibung durchzuführen ist. Seit den höchstrichterlichen Urteilen zur Preisspekulation im Jahr 2008 wird teilweise auch diskutiert, das Modell der Preisfortschreibung durch eine Preisbildung auf der Grundlage tatsächlicher Ist-Kosten zu ersetzen.

Mit dem neuen Bauvertragsrecht, welches ab dem 01.01.2018 gemäß BGB anzuwenden ist, wurde das einseitige Anordnungsrechts des Auftraggebers, welches es bisher nicht im BGB, sondern nur in der VOB/B, gab, eingeführt. Als Folge dieses Anordnungsrechtes wurde dann im BGB auch die Vergütung dieser Nachtragsleistungen geregelt. Darin ist die Vergütung mit der Formulierung „tatsächlich erforderliche Kosten“ vorgegeben worden, welche grundsätzlich anders ist als die Preisfortschreibung gemäß VOB/B. Aus baubetrieblicher Sicht stellt sich nun die spannende Frage, wie die Rechtsprechung diese Formulierung auslegen wird.

Im Seminar werden die Grundlage und Schwierigkeiten der Preisfortschreibung gemäß VOB/B und die Vergütung gemäß „tatsächlich erforderlicher Kosten“ gemäß BGB ab 01.01.2018 an konkreten Beispielen erläutert. Hierdurch sollen Auftragnehmer in die Lage versetzt werden, berechtigte Nachtragsforderungen angemessen geltend machen zu können sowie Auftraggeber, solche Forderungen angemessen prüfen zu können.

Weiterhin wird aus baubetrieblicher Sicht erläutert, wie Vergütungsanpassungen bei Mengenabweichungen und ein Gemeinkostenausgleich zu berechnen sind. Schließlich wird aus baubetrieblicher Sicht erläutert, wie die Eskalation des Bauvertrages, die Kündigung, abzurechnen ist.

Zielgruppe
  • Bau- und Projektleiter
  • Kalkulatoren
  • bauüberwachende Architekten 
  • Projektsteuerer
  • öffentliche Bauherren
  • Bauträger,
  • Sachverständige aus der Bauwirtschaft
  • Baujuristen und Ingenieure
Aus dem Inhalt
  • Baurechtliche Grundlagen
  • Grundsätze der Kalkulation in der Bauwirtschaft
  • Vergütungsanpassungen gemäß VOB/B
  • Vergütungsanpassungen gemäß neuem Bauvertragsrecht im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) ab 2018
  • Mengenänderungen und Gemeinkostenausgleich
  • Teilkündigung und Gesamtkündigung
  • Sonderfälle im Nachtragsmanagement
  • Streitlösung am Bau: Wirtschaftsmediation, Schlichtung, Adjudikation, Schiedsgutachten, Schiedsgericht
Dozent

Dipl.-Wirtsch.-Ing. Frank A. Bötzkes
Von der Ingenieurkammer Niedersachsen öffentlich bestellt und vereidigter Sachverständiger für Bauablaufstörungen

Abschluss

EIPOS-Teilnahmebescheinigung