Sachverständiger für Qualitätssicherung im Holzbau

Fachfortbildung

Webcode: QH

Ziel

Der moderne Holzbau gewinnt zunehmend an Bedeutung – im mehrgeschossigen Wohnungsbau, bei hybriden Konstruktionen und nachhaltigen Baukonzepten. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Ausführungsqualität, Qualitätssicherung, Materialprüfung und baubegleitende Kontrolle.

Die Fachfortbildung „Sachverständiger für Qualitätssicherung im Holzbau“ vermittelt Fachwissen und praxisorientierte Methoden, um Holzbauprojekte von der Planung bis zur Fertigstellung auf bautechnische Korrektheit, Materialqualität und regelkonforme Umsetzung zu prüfen.

Im Mittelpunkt stehen die systematische Erkennung und Bewertung von Baumängeln, die sachgerechte Dokumentation sowie die fachlich und rechtlich belastbare Begutachtung und Beweissicherung. Ergänzend werden Prüfverfahren für Material- und Konstruktionsqualität, bauphysikalische Bewertungen und die Analyse von Fehlerquellen behandelt.

Aktuelle Relevanz

Mit der DIN EN 1995-3:2026-09 liegen aktuelle Anforderungen an die Ausführung von Holztragwerken vor. Die Fachfortbildung greift diese Entwicklungen unmittelbar auf und vermittelt aktuelles Regelwerkswissen mit direktem Praxisbezug. Besonders relevant sind dabei Anforderungen an die Feuchteüberwachung bei Transport, Lagerung, Handling und Montage. Die Teilnehmer lernen, aktuelle Anforderungen an die Ausführungsqualität in Prüf-, Kontroll- und Qualitätssicherungsprozesse zu übertragen und damit Fachwissen unmittelbar für die Praxis nutzbar zu machen.

Zielgruppe

Die Fachfortbildung richtet sich an erfahrene Fachkräfte mit fundierten Kenntnissen und einschlägiger Praxiserfahrung im Holzbau, die ihre Kompetenzen in der baubegleitenden Qualitätssicherung, Mängelerkennung und Schadenprävention vertiefen möchten.

Angesprochen werden insbesondere:

  • Architekten und Bauingenieure mit Tätigkeitsschwerpunkt oder Berufserfahrung im Holzbau
  • Fachplaner / Fachingenieure für Holzbau, Holzbauingenieure mit Aufgaben in Planung, 
    Prüfung oder Qualitätssicherung
  • Sachverständige und Gutachter mit einschlägiger Holzbauqualifikation bzw. -erfahrung
  • Bauleiter, Bauüberwacher und Projektleiter mit einschlägiger Berufserfahrung im Holzbau
  • Techniker und Meister mit einschlägiger Berufserfahrung im Holzbau
  • Fach- und Führungskräfte von Holzbauunternehmen, die mit Planung, Ausführung, 
    Qualitätssicherung oder Bauüberwachung von Holzbauprojekten befasst sind.

Die Fachfortbildung eignet sich damit besonders für Fachkräfte, die in Holzbauprojekten Prüf-, Kontroll- oder Beratungsaufgaben übernehmen und sich auf eine qualifizierte Tätigkeit in der Qualitätssicherung und Sachverständigentätigkeit vorbereiten möchten. 

Nutzen

Die Qualifizierung eröffnet ein zusätzliches Tätigkeitsfeld in der baubegleitenden Qualitätssicherung, sachverständigen Beratung und gutachterlichen Bewertung von Holzbauprojekten.

Sie schafft die fachliche Grundlage für unabhängige Kontroll-, Beratungs- und Überprüfungstätigkeiten. Die Teilnehmer lernen, Planungs- und Ausführungsfehler frühzeitig zu erkennen, Abweichungen belastbar zu dokumentieren und Risiken fachlich fundiert zu bewerten – bevor daraus kostspielige Schäden entstehen.

Damit verbindet die Fachfortbildung fundierte Holzbaukompetenz, aktuelles Regelwerkswissen und praxisnahe Prüfmethoden mit einer Perspektive für ein erweitertes berufliches Tätigkeitsfeld.

Zusätzlicher Mehrwert

Nach erfolgreichem Abschluss besteht zukünftig Möglichkeit, sich in die Expertenliste von EIPOS/HKS aufnehmen zu lassen. Damit wird Ihre fachliche Expertise sichtbar und Sie schaffen eine zusätzliche Möglichkeit, von Auftraggebern und Fachkollegen wahrgenommen und gefunden zu werden.

Zugangsvoraussetzungen

Die Fachfortbildung setzt fundierte Kenntnisse und praktische Erfahrung im Holzbau voraus. Für die Teilnahme erforderlich sind eine qualifizierte Ausbildung oder ein Studium mit Bezug zum Holzbau sowie einschlägige Berufserfahrung in Planung, Ausführung, Bauleitung, Bauüberwachung oder Begutachtung von Holzbauprojekten.

Zugelassen werden insbesondere Absolventen von Weiterbildungen zum Fachingenieur/Fachplaner Holzbau sowie von Studiengängen des Holzingenieurwesens oder Bauingenieurwesens mit Schwerpunkt Holzbau.

Die Zulassung weiterer Bewerber mit vergleichbarer Qualifikation und einschlägiger Berufserfahrung ist über eine Einzelfallprüfung möglich. Hierfür sind die bisherigen Tätigkeiten im Holzbau sowie Art, Umfang und Dauer der Berufserfahrung darzustellen.

Aus dem Inhalt

Grundlagen / Qualitätssicherung

  • Kompetenz- und Aufgabenfelder
  • Prüf- und Kontrollprozesse, Risikobewertung
  • Rechtliche Rahmenbedingungen für Sachverständige
  • Anforderungen DIN EN 1995-3:2026-09 

Planung

  • Begleitung und Beratung der Planung
  • Statisch-konstruktive Qualitätssicherung
  • Bauphysik, Feuchteschutz, sommerlicher Wärmeschutz, Schallschutz
  • Brandschutz, Lufthygiene, Witterungsschutz

Fertigung / Bauphase

  • Umsetzung der statisch-konstruktiven Qualitätssicherung
  • Qualitätskontrolle von Fertigung, Transport und Montage
  • Ausführungsqualität nach DIN EN 1995-3:2026-09
  • Bauphysikalische Kontrolle

Praxisworkshop / Fallstudien

  • Analyse typischer Fehlerbilder
  • Bewertung von Planungs- und Ausführungsmängeln
  • Praxisnahe Fallstudien und Gruppenarbeit
Prüfung

schriftliche Prüfung, mündliche Prüfung

Abschluss

Sachverständiger für Qualitätssicherung im Holzbau (EIPOS/HKS)

Kooperationspartner

Die Holzbau Kompetenz Sachsen GmbH (HKS) wurde im Rahmen der Holzbauinitiative der sächsischen Staatsregierung gegründet. Ihr Auftrag ist es, den Einsatz von Holz im Bauwesen in Sachsen zu forcieren und maßgebend an der Verbesserung der dafür erforderlichen Rahmenbedingungen mitzuwirken. Die HKS fördert zudem die Wertschöpfung in Sachsen und die Akteure im Bauwesen durch Qualifizierung und Fortbildung im Bereich des Holzbaus. Zu den wichtigsten Aufgaben der HKS gehört, privaten und öffentlichen Bauherren eine unabhängige Fachberatung bei der Entwicklung und Umsetzung von  Holzbauprojekten anzubieten.