Energieeffizienz-Experte Nichtwohngebäude (Vertiefungsmodul)

Fachfortbildung

Webcode: EENW

Ziel

Die KfW fördert die energetische Sanierung und den energieeffizienten Neubau gewerblich genutzter Nichtwohngebäude in den Bereichen Handel, Dienstleistungen und Industrie. 

Die Einhaltung der technischen Mindestanforderungen sowie die Einsparungen von Energie und CO2 sind bei KfW-Antragstellung nachzuweisen. Für die Energieberatung und KfW-Förderbeantragung ist somit ein Sachverständiger einzubinden, welcher in die Kategorie "Energieeffizient Bauen und Sanieren – Nichtwohngebäude" (KfW) der Deutschen Energie-Agentur GmbH (dena) eingetragen ist.

Mit Absolvierung dieser Fachfortbildung wird den gestiegenen Anforderungen bei der Energieberatung und beim Bauen oder Sanieren hocheffizienter Nichtwohngebäude Rechnung getragen und es erfolgt der Nachweis für die Eintragung in die Energieeffizienz-Expertenliste. Die Anwendung und Umsetzung der DIN 18599 dient dabei als fachliche Basis.

Zielgruppe

Architekten, Bauingenieure, Fachingenieure der Technischen Gebäudeausrüstung, Staatlich anerkannte oder geprüfte Techniker, Handwerksmeister, Innenarchitekt/-innen

Nutzen

Die Fachfortbildung ist als anerkannte Weiterbildungsmaßnahme für die Energieeffizienz-Expertenliste für Förderprogramme des Bundes (BAFA/dena) anerkannt:

  • Bundesförderung für Energieberatung für Nichtwohngebäude von Kommunen und gemeinnützigen Orga-nisationen
  • KfW-Förderprogramme „Energieeffizient Bauen und Sanieren – Nichtwohngebäude (KfW-Programme 217-220, 276, 277, 278)

Es wird das notwendige Fachwissen vermittelt, um Nichtwohngebäude energieeffizient zu planen bzw. bestehende Gebäude entsprechend zu sanieren und somit Ausschreibung und Vergabe, Baubegleitung und Qualitätsüberwachung durchführen zu können.

Zugangsvoraussetzungen

Grundqualifikation nach § 88 Gebäudeenergiegesetz (GEG):

Berufsqualifizierender Hochschulabschluss in den Fachrichtungen Architektur, Innenarchitektur, Hochbau, Bauingenieurwesen, Technische Gebäudeausrüstung, Physik, Bauphysik, Maschinenbau oder Elektrotechnik sowie einer anderen technischen oder naturwissenschaftlichen Fachrichtung mit einem Ausbildungsschwerpunkt in einem der oben genannten Gebiete.

Staatlich anerkannte oder geprüfte Techniker und Handwerksmeister sowie Innenarchitekt/-innen sind ebenfalls berechtigt, Energieausweise für Nichtwohngebäude auszustellen, wenn sie die Anforderungen (z.B. eine entsprechende Weiterbildung mit erhöhtem Stundenumfang) erfüllen. 

Zusatzqualifikation:

Der Nachweis der Teilnahme am Basismodul Energieeffizienz-Experte – Grundlagen der Energieberatung, -planung und -umsetzung ist verpflichtend bzw. seit 2002 absolvierte Weiterbildungen zu Basisthemen wie Energieberatung bzw. energieeffizientes Bauen und Sanieren.

Das Basismodul kann wie folgt ersetzt werden durch

1.  die bereits vorliegende Eintragung in den Kategorien

  • Energieeffizient Bauen und Sanieren – Wohngebäude (KfW),
  • Energieeffizient Bauen und Sanieren – Nichtwohngebäude (KfW),
  • Effizienzhaus Denkmal sowie Baudenkmale und sonstige besonders erhaltenswerte Bausubstanz – Wohn- und/oder Nichtwohngebäude (KfW),
  • Energieberatung für Wohngebäude (BAFA) und/oder
  • Energieberatung für Nichtwohngebäude von Kommunen und gemeinnützigen Organisationen BAFA)

2.  eine seit 2002 erfolgreich absolvierte Weiterbildung zu Basisthemen wie Energieberatung bzw. energieeffizientes Bauen und Sanieren gemäß einer Richtlinie zur Energieberatung für Wohngebäude (ehemals Vor-Ort-Beratung) (BAFA) oder

  • Modul „Beratung“ oder
  • Modul „Planung und Umsetzung – Wohngebäude“
Aus dem Inhalt

1. Rechtliche Grundlagen    
1.1 Rechtliche Grundlagen: EU-Gebäuderichtlinie, EnEG, EnEV, EEWärmeG für Nichtwohngebäude            
1.2 Anwendung der EnEV in der Praxis für Nichtwohngebäude        

2 Bestandsaufnahme und Dokumentation            
2.1 Grundlagen der Bilanzierung von Nichtwohngebäuden            
2.2 Wärmedämmstoffe und -systeme von Fassadensystemen         

3. Beurteilung der Gebäudehülle            
3.1 Vertiefung sommerlicher Wärmeschutz/Behaglichkeit            
3.2 Instrumente zur Qualitätssicherung              

4. Beurteilung von Heizungs- und Warmwasserbereitungsanlagen    
4.1 Überblick Heizungstechnik in Nichtwohngebäuden              
4.2 Wärmeerzeugung unter Einsatz erneuerbarer Energien        
4.3 Schwachstellen Heizungstechnik        
4.4 Überblick Warmwasserbereitung in Nichtwohngebäuden        
4.5 Regelungstechnik und Gebäudeautomation für Nichtwohngebäude              

5 Beurteilung von raumlufttechnischen Anlagen und sonstigen Anlagen zur Kühlung    
5.1 Überblick Lüftungsanlagen, Wärmerückgewinnung in Nichtwohngebäuden             
5.2 Berechnung nach DIN V 18599         
5.3 Erstellung von Lüftungskonzepten        
5.4 Überblick Kältetechnik        
5.5 Berechnung nach DIN V 18599        
5.6 Schwachstellen der Kühltechnik in NWG        

6. Beurteilung von Beleuchtungs- und Belichtungssystemen    
6.1 Berechnungen zur Beleuchtung            
6.2 Strom aus erneuerbaren Energien            

8. Bilanzierung von Gebäuden und Erbringung der Nachweise    
8.1 Erstellung von Nachweisen unter Anwendung der DIN V 18599            
8.2 Ausstellen von Effizienzgebäude-Nachweisen             

9 Beratung, Planung und Umsetzung    
9.1 Förderung Nichtwohngebäude            
9.2 Projektbericht        
9.3 Plausibilitätscheck, Bedarfs-Verbrauchs-Abgleich         
9.4 Wirtschaftlichkeit        
9.5 Geringinvestive Maßnahmen bei Nichtwohngebäuden             
9.6 Ausschreibung und Vergabe            
9.7 Baubegleitung/Qualitätssicherung bei Neubau und Sanierung            
9.8 Detaillierung Baubegleitung bei Neubau und Sanierung

Dozent

Architekten, Fachingenieure mit umfangreichen Erfahrungen im energieeffizienten Bauen und Sanieren

Prüfungsleistungen

Klausur (Themen aus Basis- und Vertiefungsmodul) + Projektbericht + Kolloquium

Abschluss

Energieeffizienz-Experte Nichtwohngebäude (EIPOS)

Zusätzliche Informationen

Die Teilnahme an sämtlichen Themen als Einzelseminare ist möglich für

1. Re-Listung Expertenliste

  • Zur Verlängerung der Eintragung als Energieeffizienz-Experte Nichtwohngebäude sind aller drei Jahre 24 UE Fortbildung + Praxisnachweis in Abhängigkeit von den gewählten Förderprogrammen notwendig.
  • Alternativ für den Praxisnachweis kann ein erhöhter Fortbildungsumfang in Höhe von 32 UE einmalig eingereicht werden.

2. Zur Erweiterung des Wissens im Bereich Energieeffizienz, das Gewinnen von Einblicken in neue Themen, Auffrischen von Kenntnissen oder der Vorbereitung auf Prüfungen

Der Nachweis der Teilnahme erfolgt über eine Teilnahmebescheinigung.